Arbeiten in Neuseeland

Neuseelands Wirtschaft wird zu einem beträchtlichen Anteil von exportorientierter Landwirtschaft und vom Handwerks- und Dienstleistungssektor gebildet. Die auch im Winter verhältnismäßig lange Sonnenscheindauer und die hohen Niederschlagswerte sind ideale Voraussetzungen für pastorale Land­wirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau und für die Erzeugung von Wasserkraft. Hydroelektrizität liefert eine relativ günstige Quelle für Energie, wodurch sich industrielle Verfahren mit einem hohen Stromverbrauch, wie z.B. Aluminiumveredelung, etablieren konnten. Des Weiteren ist Neuseeland ein beliebtes Reiseziel und Touris­mus ist zu einer wichtigen Export-Einkommensquelle geworden.

Nachdem das Land die beiden Schocks der asiatischen Industrie und gleichzeitige Trockenperioden in den Sommern 1997 und 1998 überstanden hatte, hat Neuseelands Wirtschaft das stärkste Wirtschafts­wachstum seit drei Jahrzehnten erlebt. Eine gute Saison für die Landwirtschaft, relativ hohe Preise für neuseeländische Exportgüter und ein niedriger Wechselkurs zusammen mit einem widerstandsfähigen Markt ließen das Bruttoinlandsprodukt von 1,9% in 2001 auf 5,2% in 2002 steigen. Auch von 2002 bis 2004 lag der Wert zwischen 3,4% und 5,2% trotz einiger Ereignisse, wie der Ausbruch von SARS in Asien und weiteren Trockenperioden. In den letzten Jahren hat sich das BIP jedoch aufgrund hoher Ölpreise und steigender Zinssätze verringert und liegt zur Zeit bei ungefähr 2,7%. Allerdings wird für die nächsten Jahre ab 2009 bis 2011 ein Anstieg auf 3% erwartet.

Auf der Nordinsel hat sich der Großteil der Wirtschaft und des Handels angesiedelt, während der Groß­teil der Landwirtschaft auf der Südinsel betrieben wird. Während die neuseeländische Wirtschaft noch vor 25 Jahren zu der am stärksten regulierten in der OECD zählte, ist sie heute eine der am wenigs­ten regulierten. Das hat dazu geführt, dass in Neuseeland viele kleine Betriebe mit nur wenigen Mitar­beitern tätig sind. Der Nachteil der höheren Unternehmens-Flexibilität ist allerdings, dass es keine ge­setzlichen Tarifverträge und keinen Kündigungsschutz gibt. Obwohl Arbeitsmarktreformen zu höheren Löhnen geführt haben, liegen diese immer noch weit unter dem durchschnittlichen Einkommen in Eu­ropa. Durch geringere Lebenshaltungskosten wird das aber ausgeglichen.


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